Camba Old Factory

In der Camba Old Factory in Gundelfingen braut sich etwas Leckeres zusammen. Wenn es nach dem neuen Braumeister Enzo Frauenschuh geht, soll hier ein neues Craftbier-Mekka entstehen.

Gundelfingen ist ja nun mal nicht der Nabel der Welt. Aber für die Craftbier-Szene braut sich da etwas Spannendes zusammen. Ob der kleine Ort bei Günzburg wirklich zum Brau-Mekka werden wird, wie der neue Braumeister Enzo Frauenschuh glaubt, muss die Zeit zeigen. Doch die Anlage mit einem 20 Hektoliter-Sudwerk und künftig einer eigenen Dosenabfüllung hat eine Menge Potenzial.

IMG_2251 2Die Camba Old Factory soll das Zuhause werden für Gypsy-Brauer aus Deutschland und Europa. Schon jetzt sei das Interesse groß, so Frauenschuh – sogar aus Südafrika gibt es erste Anfragen. Gypsy-Brauer sind Brauer, die sich in fremde Produktionsanlagen einmieten. Oft bringen sie nur ihr eigenes Rezept mit und lassen das Bier vor Ort von dem Brauteam herstellen. Nicht so in Gundelfingen, so Frauenschuh. „Hier können sie vom ersten Schritt bis zur Abfüllung alles selbst machen – wir führen sie in die Anlage ein und stehen ihnen mit Rat zur Seite“, erläutert er das Konzept.

Und weil die Dose weltweit immer beliebter wird, können die Kleinbrauer hier ihr Bier formvollendet in Aluminium abfüllen – das konnten bisher nur die ganz großen Brauereien bieten.

IMG_2254 2Rund ums Selbstgebraute soll sich eine bunte Bierwelt ansiedeln, ein Biergarten mit Craftbier-Ausschank, und ein Biershop sind bereits vorhanden. 40 Minuten von Augsburg entfernt und rund eine Stunde von München, ist die Camba Old Factory ein Ort, den Bierliebhaber im Auge behalten sollten.

 

Autor: Fridtjof Atterdal
Journalist, Fotograf
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www.atterdal.de

 

 

 

Königliche Hoheit trifft Sommelier-Weltmeister

 

Die Familienbrauerei Riegele in Augsburg hat nicht nur preisgekröntes Bier, sondern auch einen Brauereichef, der trefflich darüber plaudern kann. Bei einem Brauereirundgang entlockte die amtierende Bayerische Bierkönigin Marlene Speck dem Weltmeister der Biersommeliers und Riegele-Chef Sebastian Priller-Riegele dann auch mühelos die „geheimen Zutaten“, die das Bier aus Augsburg so gut machen: „Um ein außergewöhnliches Bier zu brauen, braucht es Leidenschaft, Hingabe und Wissen“, so Priller-Riegele. Und einen gewissen Aufwand bei den Zutaten. Rund 25 Hopfensorten und ebenso viele Malze sind bei Riegele im Einsatz, verriet er der versierten Heimbrauerin. In den Kühlschränken der Brauerei lagert Europas größte Hefebank mit rund 160 verschiedenen Bierhefen. Beim Besuch des Reifekellers tief unter der Brauerei bestaunte Speck die in Whisky-Fässern reifenden Bierspezialitäten – bevor sie ihre feine Nase und Gaumen bei der Verkostung eines „Noctus 100“ mit feinen Kaffeenoten und dem Aroma von Bitterschokolade und eines „Dulcis 12“ nach belgischem Stil mit Drapistenhefe und echtem Naturhonig beweisen konnte. Die Bierkönigin, die in ihrer Amtszeit so manche Brauerei besichtigen durfte, war nach der Privatführung beeindruckt: „Unglaublich, welcher Aufwand hier betrieben wird, man sieht die Leidenschaft fürs Bier“, so Marlene Speck.