Besser als Müsli: Urgetreide im Bier

Diplombraumeister Rudolf Hirz

Emmer, Einkorn, Dinkel und Schwarzhafer sind sicherlich tolle Zutaten für Biomüsli – aber für Bier? Der Apostel-Braumeister Rudolf Hirz setzt auf Malz aus diesen Urgetreiden – und macht daraus richtig leckeres Bier.

Die Brauerei Apostelbräu liegt in Niederbayern ganz in der Nähe von Passau. Der Apostel war Rudis Urgroßvater – nicht weil er so fromm war, sondern weil er den Leuten in Haunzenberg mit seinen Weissagungen den Weg wies. Und außerdem, weil er das beste Bier hatte. Ob Bier und Weissagungen zusammenhingen, ist nicht überliefert.

Der Apostel-Bräu vermälzt sein Getreide in der eigenen Trommelmälzerei.

Einen Blick für die Zukunft hatten offenbar aber auch Rudis Vater, als er in den 90er Jahren das erste Dinkelbier Deutschlands ansetzte – und kurz darauf der kleinen Brauerei den Prototyp einer Trommelmälzerei spendierte. Denn erst die eigene Mälzerei ermöglicht es Diplombraumeister Rudi Hirz heute, konsequent seine eigenen Spezialmalze aus den verschiedenen Urgetreiden herzustellen. 

Während die meisten Craftbierbrauer den Geschmack mit Aromahopfen oder auch mit besonderen Hefen beeinflussen, kommt die interessante Vielfalt der Apostel-Biere aus dem Malz. So sind die Spelzen bei einigen der Getreide für den Brauvorgang essenziell, was den Bieren einen charakteristischen Geschmack verleiht. Oder, um mit Braumeister Rudi zu sprechen: „Die Leut müssen das Bier erst mal kosten, aber dann flutscht es!“. 

Autor: Fridtjof Atterdal
Journalist, Fotograf
www.atterdal.de

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