Bierseelig unter Kronprinzessinnen

 

Bierkönigin 2016-84Sieben auf einen Streich hätte er als tapferes Schneiderlein am liebsten zur Bierkönigin gemacht, sagte Brauerbund-Präsident Georg Schneider am Wahlabend – doch als Jurymitglied hatte er die Qual der Wahl. Sieben aparte junge Damen aus verschiedenen Regionen Bayerns hatten sich zur Wahl gestellt, um für ein Jahr Bayerisches Bier im In- und Ausland zu repräsentieren. Der Job ist begehrt, geht es doch an spannende Reiseziele und außerdem gibt es kleine Bonbons wie den eigenen Dienst-BMW for free. Die Bierprinzessin waren in einem Casting aus 116 Bewerberinnen ausgewählt worden und hatten neben dem guten Aussehen mal mehr und mal weniger Ahnung vom Bier zu bieten.

IMG_1879Einen Vorgeschmack, was als Monarchin auf sie zukommt, durften die Damen bereits am Wahlabend genießen – an die 40 Medienvertreter – Kamerateams, Radioreporter und Fotografen rissen sich um die Schönheiten im Dirndl, umkreisten sie, warfen sich auf die Knie oder erkletterten Tische, um möglichst originelle Bilder zu bekommen. Und war keine Fernsehkamera in Sicht, legten fesch gekleidete Männer meist gehobenen Alters ihnen die Arme um die Schulter und lächelten fürs Familienalbum.

Bierkönigin 2016-69Ganz im Stil großer Fernsehshows war das Wahlprozedere dreistufig. Schon Wochen vor der Wahl durften die Internet-User ihre Favoritin küren – wie zu hören war setze sich hier durch, wer zuvor die Ochsentour durch Brauereien, Getränkemärkte und Vereine der eigenen Region gemacht hatte. Am Wahlabend durften dann die 300 Gäste ihre Stimme abgeben und eine fünfköpfige Jury, vor der die Kandidatinnen in einem Wissenstest bestehen mussten.

 

IMG_1851Wie gut, dass die Prinzessinnen BR-Moderator Roman Röll als Coach zur Seite hatten, der später auch durch die Show führte. „Denkt immer an die Kamera“, hatte er ihnen in der Probe geraten. „Und schön kurz antworten – je länger ihr quatscht, desto weniger prägnant ist es“, riet der Medienprofi.

Bierkönigin 2016-60Nach einer Blindverkostung bayerischer Biere mussten die Damen bei Fragen wie „Kriegen Männer vom Bier Busen?“ oder „Wen würdest Du am liebsten mal von Bier überzeugen“ ihre Schlagfertigkeit beweisen. Dazu durften sie in Dirndln der Münchner Designerin und Jury-Mitglied Elisa Berzaghi-Freymann eine gute Figur machen.

Bierkönigin 2016-92Am Ende hatte die unterfränkische Krankenschwester Sabine-Anna Ulrich gut lachen und bekam von der scheidenden Bierkönigin Marlene Speck die Krone aufs Haupt gedrückt. Der tapfere Georg Schneider war dann auch der erste, der der frisch gekürten Königin gratulierte, während die Konkurrentinnen mit etwas eingefrorenem Lächeln danebenstanden.

 

 

 

 

 

 

Überraschungen im Shane’s

Essen ist Vertrauenssache. Richtig viel Vertrauen haben die Gäste im Münchner Top-Restaurant „Shanes’s“ im Glockenbachviertel – denn was da auf den Tisch kommt ist stets eine Überraschung!

Auf der Speisekarte kann man wählen, ob es vier oder bis zu acht Gänge sein sollen – doch dann begibt man sich in die Hände des irischen Meisterkochs.

shane futter_v„Just cook ist“ ist das Motto des Hauses, und was gekocht wird entscheidet Shane McMahon morgens auf dem Großmarkt. „Bei meinem Einkauf nehme ich nur das, was mich an dem Tag anlacht und woraus ich ganz spontan kreative Rezepte entwickeln kann“, beschreibt Shane sein Konzept. Klar kann man bei der Bestellung sagen, was man nicht mag oder worauf man allergisch ist.

Dass das klappt, beweisen viele gute Bewertungen, zum Beispiel bei Trip Advisor. Shane hat sein Handwerk unter anderem bei Hans Haas im Tantris und im Königshof bei Bobby Bräuer gelernt.

https://www.shanesrestaurant.de

 

Trendiges für Genießer

Trendfood querWas „Trend-Food“ genau ist, weiß ich immer noch nicht – aber nach ein paar vergnüglichen Stunden auf der gleichnamigen Messe in Augsburg ist jedenfalls klar, dass da einige ganz spannende Projekte am Start sind

Larah Sophie Neidlinger ChailoveWie schmeckt eigentlich verliebt? Sarah Sophie Neidlinder beantwortet die Frage mit ihrem „Chailove“ genannten Heißetränk – süß und fruchtig. Der Chai wird in Augsburg gemischt und enthält nur Natur, wie Sarah betont. Nach zwei Bechern muss ich sagen: I am in Love!

MoonshineDie Prohibition ist zum Glück
Vergangenheit, aber die Idee der Schmuggler, ihren Schwarzgebrannten in Einmachgläser abzufüllen hat den Jungs von O‘ Donnel Original Moonshine so gefallen, dass sie ihren Weizenbrand auch in bauchigen Gläsern anbieten. Sieht irgendwie lustig aus und läuft gut die Kehle runter.

Christoph Steinle_AugustDen August Gin aus der Fuggerstadt durfte ich schon auf der Augsburger Frühjahrsausstellung kosten – aber jetzt habe ich auch den Kopf hinter dem Getränk kennengelernt. Christoph Steinxle macht mit seinen Leuten einen tollen klassischen London Dry Gin, basierend auf feinsten biologischen Zutaten aus  der Region: Wacholder, Schlehe, Koriander, Angelika, Orangenschalen, Kardamom, Zimt und Muskat. Was das Wässerchen ungewöhnlich macht, ist der Geschmack von Zirbenkiefer, der bei der Produktion entsteht.

Ich werde das eine oder andere sicher in nächster Zeit genauer unter die Lupe nehmen – mehr also in Kürze.

 

Auf ein Grapefruit-Beer bei Liquid Hops

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Grapefruit-Saft und Grapefruit-Zester im Bier? Der absolute Hammer. Pompelmocello heißt das aktuelle Lieblingsbier von Craft-Bier-Importeur Matthias Gruber und ist einerfrischendes Sommer-IPA von der englischen Brauerei Siren. Für einen Bericht über Liquid-Hops und eine spannende Diskussion über das bayerische Reinheitsgebot habe ich Matthias und seine Kettle-Dog-Dame Mathilda im Augsburger Martini-Park besucht. Für Bierenthusiasten ist die 400 Quadratmeter große Lagerhalle das Schlaraffenland, in dem über 100 Sorten Bier auf die Verkostung warten. Apropos Reinheitsgebot: „Warum lässt man nicht die Endverbraucher entscheiden, was Bier ist“ wirft sich Matthias für kreative Bierspezialitäten in die Bresche. Stimmt. Ich werde dieses Jahr bestimmt noch öfter zu Pompelmocello greifen – und wenn die Reinheitswächter noch so sehr die Nase rümpfen.

Wer einen Blick in Matthias Sortiment werfen mag: https://shop.liquidhops.de

 

Königliche Hoheit trifft Sommelier-Weltmeister

 

Die Familienbrauerei Riegele in Augsburg hat nicht nur preisgekröntes Bier, sondern auch einen Brauereichef, der trefflich darüber plaudern kann. Bei einem Brauereirundgang entlockte die amtierende Bayerische Bierkönigin Marlene Speck dem Weltmeister der Biersommeliers und Riegele-Chef Sebastian Priller-Riegele dann auch mühelos die „geheimen Zutaten“, die das Bier aus Augsburg so gut machen: „Um ein außergewöhnliches Bier zu brauen, braucht es Leidenschaft, Hingabe und Wissen“, so Priller-Riegele. Und einen gewissen Aufwand bei den Zutaten. Rund 25 Hopfensorten und ebenso viele Malze sind bei Riegele im Einsatz, verriet er der versierten Heimbrauerin. In den Kühlschränken der Brauerei lagert Europas größte Hefebank mit rund 160 verschiedenen Bierhefen. Beim Besuch des Reifekellers tief unter der Brauerei bestaunte Speck die in Whisky-Fässern reifenden Bierspezialitäten – bevor sie ihre feine Nase und Gaumen bei der Verkostung eines „Noctus 100“ mit feinen Kaffeenoten und dem Aroma von Bitterschokolade und eines „Dulcis 12“ nach belgischem Stil mit Drapistenhefe und echtem Naturhonig beweisen konnte. Die Bierkönigin, die in ihrer Amtszeit so manche Brauerei besichtigen durfte, war nach der Privatführung beeindruckt: „Unglaublich, welcher Aufwand hier betrieben wird, man sieht die Leidenschaft fürs Bier“, so Marlene Speck.